Montag, 6. Januar 2014

Inner Beauty? Outer Beauty?


I saw the above video today, it’s from some the show „Britain’s got talent“ and even if it is nice and in some ways inspirational, but it is also a perfect example for how deeply everyone is into fat shaming, without even thinking about it. 

The boy, obviously fat, pretty shy and not in anyway aware of his own worth comes on stage with his best friend and everyone including the judged start to whisper. People actually are standing up to get a better look, like some kind of odd monster with three heads (sorry monsters, you are not odd, every body is a good body and so is your three headed one!) just came in sight. It’s not hard to see that noone thinks this is going to end well. But it does, the boy is very gifted and skilled, has an amazing voice and just sounds breathtaking singing some opera (I think) together with his friend. Everyone cheers, they stand up and clap, they get to the next round and everyone is happy. 
Everyone? Well, I am not. Of cause love that how it went for him, but I am not angry or the plot of the video, I am angry at the message it transfers: Don’t judge a book by it’s cover, everyone can be beautiful on the inside!
Why would I be angry at a message like this? Well, because of some simple facts. Yes I agree don’t ever judge a book by it’s cover, in general no meter if it is about people’s looks, their clothes, their body or anything else you just see on the outside. But, and that is a really big but, you should not just do it because their might be something beautiful hidden inside, but because you fucking shouldn’t do it. It’s as simple as that. What if that boy in the video would have made an utter fool of himself with a fidicoulouse dance or not being able to sing at all? Then it would have been okay to judge him, to make fun of him. Because I would bed my favorite skirt that he wouldn’t have been as gifted as he is, all the paper and blogs and onlineplattform would have made fun of him not only because a bad performance but because of his looks. 

The thing that I am trying to say is it is okay to be fat and not compensate it with some mayor talent of yours. It’s also okay to be "ugly as hell“ (I am putting this in „“ because I think beauty is a construct that is different for everyone of us) and you don’t need to have some kind go magical gift, some super talent, a pretty face, a magnificent voice, a great sense of fashion or some other impressive skill to make people look away from the fact that you are fat. It’s great if you do so. It’s great if you show your talent, your passion, your love to the world, if you show that also fat people can sing and dance and draw and be smart or sporty or a genius. But we have to stop thinking that judging a book by it’s cover is just a bad think, because their might be a beautiful story hidden inside. (I am pretty sure that there actually is a beautiful story hidden inside every single one of you) but even if there isn’t, if the book is just boring or empty or disastrous, still no one has the right to judge it by how it might look from the outside. 

I am really not saying a video like this is bad, but I am pretty sure that most of the people in the audience and also the judges would have taken their change at making a fool out of that brave boy if he didn’t had that impressive voice. And that folks is what I call fatshaming. They not only assume after a first glance on his bodyweight that you can’t really expect something great from a fat person, but they also think it is okay to make fun of someone fat, if there isn’t something „good“ or „beautiful“ inside of the person to upgrade his/her worth, which, in the eyes of most people, is already below „normal human worth“ just because of the body fat. 

Heute vormittag sah ich das Video von ganz oben. Es ist ein Auszug aus der Show „Britain’s got talent“, vergleichbar mit „Das Supertalent“. Und ja es ist toll uns inspirierend, aber es ist auch ein perfektes Beispiel dafür, die fat shaming in unserer Gesellschaft funktioniert. 

Der junge Mann, eindeutig dick, sehr schüchtern und sich seines eigenes Wertes wenig bewusst kommt auf die Bühne, zusammen mit seiner besten Freundin und alle, inklusive der Jury fangen an zu flüstern. Einige Leute stehen sogar auf, nur um besser sehen zu können, als ob grade ein dreiköpfiges Monster die Bühne betraten hätte (Sorry Monster, ich weiß. Jeder Körper ist ein guter Körper, auch ein dreiköpfiger!). Es fällt nicht schwer zu erkennen, dass niemand im Raum denkt, dass irgendetwas tolles bei dem Auftritt rum kommen wird. Aber sie werden eines besseren belehrt, die beiden legen eine atemberaubende Opern-Gesang-Vorstellung hin, das Publikum jubelt, die Jury ist außersich, alle glücklich!
Wirklich? Na ja, ich nicht. Denn ja, natürlich liebe ich wie es dem Jungen ergangen ist, aber ich bin auch sauer, sauer über die Botschaft dir hier so eindeutig vermittelt wird: Don’t judge a book by it’s cover, everyone can be beautiful on the inside!
Warum sollte ich über eine Message wie dieses ärgerlich sein? Aus ein paar ganz einfachen Gründen. Denn ja, natürlich sollte man niemals nur nach dem Aussehen beurteilen, weder wegen dem Stil, den Haaren, den Klamotten oder dem Körper eines Menschen. Aber, und hier kommt ein sehr großes aber, man sollte das nicht nur nicht tun, weil sich unter dem „hässlichen“ ein schönes Inneres verbergen könnte. Sondern man sollte das generell nicht tun, egal was man darunter zu erwarten hat! Was wäre gewesen wenn der Junge seinen Auftritt verpatzt hätte, wenn er schlecht gesunden oder grauenhaft getanzt hätte? Wäre es dann okay gewesen ihn nach seinem Aussehen zu beurteilen, zu sagen man konnte nichts anderes erwarten so wie er aussieht? Ich würde meinen Lieblingsrock darauf verwetten das sich die Zeitungen und Blogs und Onlineplattformen nur so darauf gestürzt hätten, ein witzige Video von einem dicken Jungen der sich zum Affen macht. Was ich versuchen zu sagen ist, dass es okay ist fett zu sein und kein besonderes Talent zu haben, dass das Körpergewicht ausgleicht. Es ist okay „hässlich wie die Nacht“ zu sein (Und ich packe das hier in „“ weil Schönheit nun mal im Auge des Betrachters liegt) und kein magisches talent, kein Supertalent, kein hübsches Gesicht, keine atemberaubende Stimme, keinen besonderen Stil oder irgend einen beeindruckenden Fähigkeiten zu haben die den Blick davon ablenken, dass man außerdem dick ist. Es ist unglaublich toll, wenn es so ist. Wenn eine dicke Person zeigen kann, dass sie tanzen oder singen oder zeichnen kann, dass sie smart oder sportlich ist oder ein Genie. Aber wir müssen aufhören zu denken, dass es schlecht ist ein Buch nur nach seinem Umschlag (arg schlechte Übersetzung aber ich brauche die Metapher) zu beurteilen, nur weil darin eine hübsche Geschichte versteckt sein könnte. (Auch wenn ich glaube dass in jedem von euch eine tolle Geschichte versteckt ist). Denn auch wenn es nichts schönes ist, wenn das Buch leer oder langweilig oder furchtbar schrecklich ist, hat niemand das Recht dazu es von außen zu beurteilen!

Ich will das Video auf gar keinen Fall schlecht machen, aber ich bin nie sicher, dass die meisten Leute die Change genutzt hätten sich über den Jungen lustig zu machen, wenn er sie nicht so mit seiner Stimme weggehauen hätte. Und das, liebe Leute, ist was ich fat shaming nenne. Die Publikum nimmt an, das jemand untalentiert ist, weil er in ihren Augen so aussieht, und dass nur dadurch dass etwas „gutes“ aus dem Inneren kommt, der Wert dieses Menschen erhöht wird, so das man sich nicht über ihn/sie lustig machen muss. 

Kommentare :

  1. Fast genau die gleichen Gedanken hatte ich auch, als ich das Video gesehen habe. Ich bewundere den jungen Mann sehr, aber viele urteilen viel zu früh.
    Ich hasse es, wenn manchen Menschen nur auf Grund ihres Aussehens bestimmte Eigenschaften zugeschrieben werdne. Dicke Menschen sind faul? Meine Mom ist auch übergewichtig und ist sehr fleißig und bemüht sich seehr um ihre Kinder, den Haushalt und um die Pflege meiner Demenzkranken Oma. Im Studium merke ich zum Beispiel, dass "schönen" (was die Gesellschaft als schön empfindet) Menschen gleich von vorne herein zugeschrieben wird, dass deren Referat z.B. sehr grandios sei, bevor sie überhaupt es präsentiert haben. nur weil sie keine krumme Nase und 90-60-90 Maße haben, sind sie schlauer als andere?
    Ich hasse diese oberflächliche Gesellschaft.

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  2. Danke, Katrin.
    Kann dir in jedem Wort und in jedem Satz zustimmen.

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  3. Ich kann dir auch nur voll zustimmen. Wieso müssen vermeintliche Schwächen im Aussehen mit besonderen Talenten oder Eigenschaften wett gemacht werden? Jeder ist anders und das ist auch gut so. Die Stimme des Kerlchens ist aber ohne Zweifel der Hammer!

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  4. DANKE. FÜR. DIESEN. POST!
    Ich wüsste nichts zu ergänzen. Dein Blog und du - ihr seid großartig, wunderschön und inspirierend!
    Liebe,
    Katze

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  5. Wie recht du hast!!! Es tut schon weh, dass die Kamera am Anfang anscheinend genau die Gesichter eingefangen hat, die skeptisch oder gar spöttisch auf ihn geschaut haben! Wenn man den jungen Mann anschaut, wie er da steht, zittert, sich kaum traut, ein Wort zu sagen, weil er - hallo!- etwas mehr Speck als die anderen drauf hat, dann könnte man heulen. Wie anders könnte seine persönliche Entwicklung verlaufen sein, wenn er nicht mit dem permanenten Gefühl des "Nichtgenügens" durch die Welt laufen müsste. Ganz ehrlich. Ich finde ihn wunderschön. Das, was er ausstrahlt, ist so viel wertvoller wie die "vibrations", die von manch Anderem in Jury oder Publikum ausgehen.
    Als ich in seinem Alter war, das ist schon ein paar Jahre her, war es sogar noch schlimmer... da war man mit Größe 42 schon ausgemustert! Huch, das war jetzt aber lang. Lieben Gruß

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  6. Ich kann Dir auch nur 100%ig zustimmen. So ähnliche Gedanken habe ich oft bei Sendungen dieser Art.

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  7. Also 100%ig kann ich dir nicht zustimmen.
    Wie ein Monster sieht der junge Mann nämlich nicht aus - auch wenn er leider sehr dick ist. ,Leider' deshalb, weil ich finde, dass man sich ab einem Gewissen grad Sorgen um die eigene Gesundheit machen müsste (auch wenn ich weiß, dass das längst nicht auf ALLE zutrifft, die etwas mehr auf den Rippen haben). Aber: Außer der Stimme hat er hat ein schönes Gesicht und tolle Haare - da wette ich, dass viele Frauen mit dünnem Haar recht schnell neidisch werden und sich diese Haarpracht wünschen! ;)

    Mich hat dein Artikel sehr nachdenklich gestimmt. Ich bin auch nicht jeden Tag mit mir und meinem Körper (reduzieren wir uns nicht auch selbst gerne auf Äußerlichkeiten, da sie vermeintlich leichter zu ändern sind als andere Defizite? Vor allem in der heutigen Zeit...) zufrieden. Ich denke oft über Oberflächlichkeit(en) nach und ärgere mich sehr, dass ich (zumindest dann, wenn es mir schlecht geht) so manipulierbar und ein Spielball der Medien bin.

    Dein Beispiel mit dem Buchrücken hat mich hingegen zum Schmunzeln gebracht: Das ist nämlich so typisch für mich. Gefällt mir ein Buchrücken (wirklich gar) nicht, schaue ich mir den Klappentext gar nicht erst an... ;) Es gibt schließlich soooo viele Bücher! Wenn man einfach mal so durch die Buchhandlung streift, sich treiben lässt und schmökert, um ein gutes Buch zu finden - ist es nicht normal, dann so zu handeln? Bin ich da die einzige? Natürlich gibt es auch Ausnahmen...

    Aber zurück zu den Menschen - darum geht es hier ja schließlich! Ich denke, dass diese mehr oder weniger stark ausgeprägte "optische Bewertung" von Menschen auf die Evolution zurückzuführen ist? Zwar versucht man sich selbst mal mehr, mal weniger oft in Erinnerung zu rufen, dass man jemanden nicht vorschnell bewerten soll (da man selbst sich auch wünscht, dass man nicht voreilig einen Stempel aufgedrückt bekommt), aber irgendwie scheint das in der Natur des Menschen zu liegen und ist vermutlich auch in gewisser Weise überlebensnotwendig? Zu bewerten, welche Menschen vermeintlich schlecht für einen sind, um sich vor ihnen zu schützen oder aber nach einer schwammigen Kurz"analyse" festzustellen, welche Menschen einem Vorteile bringen könnten (sei es im Falle der Fortpflanzung, des beruflichen Vorankommens etc.)? Ich finde allerdings, dass diese Form der Bewertung in unserer heutigen Welt größtenteils ausgedient hat. Doch das muss auch erst einmal in unserem Unterbewusstsein (bzw. im Freud'schen Es) ankommen... ;)

    Liebe Grüße
    Fia

    P.S.: Ein dickes Sorry für das Ausmaß, das mein Kommentar angenommen hat, aber irgendwie musste ich das unbedingt loswerden. Oh, und, liebe Katrin (!!! ah, ich schreibe grad mit meiner Kommilitonin Kathi, die hat sich irgendwie in den Text geschlichen!), ich finde es toll, dass dein Blog jetzt auch auf Englisch zu lesen ist! :)

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  8. Ganz ehrlich... Geht es hier darum, dass er zu dick ist? Wenn ein kleiner zierlicher Junge da stehen würde - würde man dem das zutrauen? Mhm. Deine Aussage, dass man nicht vom Äußerlichen aufs Gewicht schließen sollte, ist richtig. Da stimme ich 100%ig zu. Letztendlich entsteht das Vorurteil über "Dicke" in deinem Kopf und hier auf dem Blog.... Glaubst du wirklich - auf den Rest deines Bloges bezogen - dass sich jeder Mensch ein Bild über dich macht in einer Gesellschaft, wo jeder zweite übergewichtig ist...?! Wenn ja, weil es irgendwann einfach ungesund ist. Du würdest dich nicht in jedem Post damit beschäftigen wie schön/unschön, gut/schlecht Dicke behandelt wären, wenn du wirklich von dir überzeugt wärst. Und dass es irgendwann nicht mehr gesund ist, kannst du auch nicht bestreiten. Ich bin auch die Letzte die gegen etwas Übergewicht etwas sagt, denn ich weiß aus eigener Erfahrung, dass das Glück nicht von der Körperform abhängig ist. Jedoch deine Gesundheit sollte dir im Vordergrund stehen.

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  9. Die Einschätzung ist richtig. Eine rückwirkende "Entschuldigung" der sündhaften Körper kann erfolgen, wenn der Sünder zumindest andere für den Betrachter nützliche Leistungen abliefert. Die oder der Beurteilte ist dann immer noch sündhaft (dick, nicht-Schönheits-standard, etc.), aber man nimmt gerne die Leistungen hin, die er bringt. Entweder wird er direkt angemahnt, nach dem Motto: "Du könntest echt was aus Dir machen, wenn Du..." oder er wird temporär als "Exot" oder oberflächlich toleriert, so lange er abliefert, wofür er eigentlich "gut" ist. Dies ist aber nicht Akzeptanz, sondern vorübergehende Duldung mit Einschränkungen, die weiterhin den autoritären und ungleichen, körper-hierarchisierenden Standards entsprechen und diese damit reproduzieren. Dass man "großzügig" temporäre oder nutzenorientierte Ausnahmen macht überschreitet die Standards nicht oder stellt diese in Frage, sondern bestätigt ihre Vorherrschaft durch oberflächliche Pseudo-Ausnahmen.

    Das ist in der Tat nicht Emanzipation von body-policing oder gleiche Akzeptanz für alle Körper, wie es vernünftig ist und lebensphilosophisch und politisch praktiziert werden sollte.

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    1. Wenn Menschen eloquent ausdrücken können, was ich meine. Danke <3

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  10. Sein von der Norm abweichendes Äußeres ist wohl ein triftiger Grund dafür, dass das Video so bekannt geworden ist, würde er normal aussehen, gäbe es diesen Exoten-Bonus nicht und dem würde weniger Beachtung geschenkt (ich sage nicht, dass man diesen Auftritt in dem Fall unkommentiert lassen würde).

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  11. Es können so viele und tolle Blogs dazukommen... Ich habe meinen Lieblingsblog schon lange gefunden :-) Jeder Beitrag von dir bereichert mein Leben. Danke!

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  12. Oh, danke auch. :-) Zuerst finde ich mein Geschriebenes meistens stilistisch flüssig, später dann würde ich es noch zig mal umformulieren. Freut mich aber sehr, dass es lesbar war.
    Ihr Blog ist ein wichtiger Mosaikstein der Erweiterung des kulturellen Horizonts bzw. der Besetzung der öffentlichen Sphäre mit körper-emanzipativen Themen und Stimmen. Und konkret als Style-Inspiration cool. Gruß.

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  13. Das ist das Problem. Dick wird sehr oft mit Doof und Dämlich gleichgesetzt.

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  14. Was für ein wunderbarer Blogeintrag! Das Lesen war mir wirklich eine Freude und ich stimme die 100 prozentig zu. Hoffentlich setzt sich diese Haltung bei bei allen Leuten fest, es wird Zeit. Ich poste das hier jedenfalls schon mal auf mener FB-Seite und hoffe, dass es alle lesen!

    Liebe Grüße, Annika von
    http://themuffintop-less.blogspot.de/

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