Sonntag, 20. Juli 2014

Fat Acceptance - Was soll das ganze eigentlich?

Manchmal steckt man so tief in seinem eigenen kleinen Universum, dass man gar nicht mehr so richtig merkt, dass es da draußen Leute gibt, die mit dem eigenen Lieblingsthema so absolut nichts am Hut haben. Meistens fällt es einem immer dann auf, wenn zum Thema Fat Acceptance und Plus Size Mode mal etwas in den Mainstream Medien gebracht wird.

Die wundervolle Britta, die ich durch den Blog kennen gelernt habe, hat letzte Woche auf Brigitte.de einen Artikel (Trigger Warning: DON’T READ THE COMMENTS! Ich meine er ernst!) über uns, also ihre Plus Size Mädels, veröffentlich, und darüber geschrieben, wie wir ihr geholfen haben, sich selbst wieder schöner zu finden. Neben positiver Resonanz ist aber leider auch eine Diskussion ausgebrochen in der mal wieder die typischen Karten gespielt werden: Ich finds ja auch wichtig dass ihr euch alle gut fühlt, aber Gesundheit, Fitness und „IHR WERDET ALLE STERBEN!“.

Ich habe mich oft genug in diese Diskussionen reingestürzt, mit wehenden Fahnen meinen Standpunkt verteidigt, Tränen vergossen und am Ende irgendwann verstanden,  Menschen die schon  ein Brett vor dem Kopf haben, möchten damit einfach weiter gegen den Türrahmen rennen, um bloß nicht raus zu kommen, aus ihrer kleinen Box, in der kein Platz für neue Ideen und andere Gedanken ist. Deswegen habe ich dieses mal den Mund gehalten, trotzdem hat die Diskussion die Frage „Warum eigentlich Fat Aceeptance?“ in meinem Kopf aufgewirbelt und mir klar gemacht, dass viele Menschen anscheinend tatsächlich nicht verstehen warum.

Ich brauche Fat Aceeptance...
...weil ich es gemein finde, dass Außenstehende davon ausgehen, dass ich grade abnehme, weil es ungerecht ist, dass Menschen die mich nicht kennen denken, dass ich meinen Körper schrecklich finden muss oder ihn bestimmt hasse und ändern will. Weil ich immer die sein werde, die man als ungesund einschätzt, auch wenn eine dünne Freundin neben mir vielleicht schlechtere Blutwerte hat, genauso langsam läuft, oder doppelt so viel Burger isst wie ich. Weil jeder denkt, er hat das Recht mich zu beurteilen, mich zu verurteilen, mich darauf aufmerksam zu machen, dass ich ungesund/faul/hässlich bin. Weil Menschen auf der Straße sich umdrehen und kichern, mit dem Finger auf mich zeigen. Weil ich Jahre lang Angst hatte in der Öffentlichkeit zu essen. Weil man manchmal weinend im Bett liegt, nach dem wieder jemand „zugeschlagen hat" und darauf wartet, dass der prophezeite Herzinfarkt jede Sekunde eintreten könnte, obwohl man weiß, dass man ganz gesund ist. Weil Menschen mir sagen, dass sie mich mutig finden, weil Menschen es ganz toll finden, dass ich zu meinem Körper stehen kann. Weil niemand sich traut fett zu sagen. Weil dünne Menschen nicht verstehen wie privilegiert sie nur wegen ihres Gewichts sind. Weil ich, genau wie jeder andere Mensch, das Recht habe zu sagen „Ich bin zufrieden“, ohne das jemand ein „aber...“ daran hängt. Weil mein Körper atmen, laufen, mich durch die Welt tragen kann, und trotzdem jeder meint, dass er nicht gut genug ist. Weil dicke Menschen nicht in Liebesfilmen vorkommen.

Es gibt so viele Gründe, so viel „weil“ und trotzdem ist alles was manche Menschen sagen können „Aber das ändert nichts an dem Fakt, dass Übergewicht ungesund ist und wenn du erstmal alt bist, du bereuen wirst, was du jetzt sagst!“. Wenn ich so ein Argument höre, kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Selbst wenn das alles so wahr wäre, und jeder dicke Mensch automatisch ungesünder ist, als sein dünner Gegenpart, ändert das nichts an der Tatsache, dass all die oben genannten Dinge trotzdem wichtig sind. Nur weil mein Lebensstil ungesund ist, wird nicht außer Kraft gesetzt, dass ich glücklich sein darf. Dass es entwürdigend ist, wenn fremde oder noch schlimmer, nicht fremde Menschen sich über mich lustig machen. Davon, wie unglaublich bescheuert er ist, die Gesundheit eines Menschen nur an seinem Aussehen abzulesen, fange ich gar nicht erst an. Es geht hier nicht darum, irgendetwas für besser oder schlechter zu erklären, es geht auch nicht darum Übergewicht zu „glorifizieren“ wie manche es so schön sagen, na ja wenn wir ehrlich sind, geht es manchmal doch darum, aber warum auch nicht? Dünnsein, Diäten und Fitness bis zu einem Grad, der auch ungesund und Körperschädigend ist, wird doch auch glorifiziert, jeden Tag, in jedem Medium..., aber ich verliere hier den Faden. Worum es geht ist, dass ein fetter Körper exakt die gleiche Berechtigung hat hier zu sein wie ein dünner, ein mitteldünner, ein dicker aus Gesundheitsgründen, ein kaputter, ein heiler, ein „schöner“ oder ein hässlicher.
Als fetter Mensch ist man für viele andere Menschen inakzeptabel.

Es passt nicht in ihr Weltbild oder ihren Alltag, dass mein fetter Körper sich den Raum nimmt, der ihm zusteht. Dass ich mir das Recht nehme mich zu kleinen wie ich will, zu essen was ich will, und vielleicht so zu leben, dass ich mir keine Gedanken um Konsequenzen machen. Und diesen Menschen müssen endlich die Augen geöffnet werden für ihre eigene Intoleranz. Denn selbst ein gut gemeintes „Aber denkt doch an deine Gesundheit“ basiert nur auf Vorurteilen gegenüber fetten Körpern, und in den wenigsten Fällen auf fundiertem Wissen über den wirklichen Gesundheitszustand des Menschen. 


Kommentare :

  1. ach ich finde das thema sooo schwierig.
    ich hasse es auch, wenn andere menschen unter dem deckmantel der gesundheit an kommen und jemand dickes/fettes belehren wollen - aber dann vllt noch während des gesprächs anfangen zu rauchen!
    oder dass mich zb nie jemand auf meine eigene raucherei anspricht, aber meint "mädchen, das gewicht ist doch ungesund".
    ich finde die leute haben recht was die gesundheit betrifft, ich merke es auch immer wieder - mittlerweile hab ich sogar einen schlauchmagen. mit genau 100 kilo übergewicht war die lebensqualität bei null.
    und ich denke auch bei jedem anderen der mehr als 50 kilo übergewicht hat geht die lebensqualität rapide flöten.
    deswegen hab ich oft auch meinen zwiespalt mit fat acceptance. allerdings nicht so wie die leute nun beim brigitteartikel.
    rundungen und auch mehr als rundungen sollten einfach ein akzeptiertes bild in der gesellschaft sein, aber massive adipositas, genau so wie massive anorexie, sollten tatsächlich inakzeptabel sein. allerdings nicht für die allgemeinheit, sondern für die kranke person selbst. ganz klar.

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    1. Es fällt mir schwer zu verstehen wieso irgendein Lebensstil inakzeptabel sein sollte, so lange er niemand anderem schadet oder weh tut, und so lange man damit selber zufrieden ist. Völlig egal ob es sich dabei nun um Gewicht, Religion, Gesundheit, Sexualität oder was auch immer handelt. Das heißt zwar nicht, dass ich persönlich gut finden muss, was der/die andere macht, aber ich muss trotzdem akzeptieren, wenn jemand so leben möchte.

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    2. jetzt nicht auf dick/fett bezogen, sondern allgemein, ist sich manch einer gar nicht bewusst wie unzufrieden er mit seinem lebensstil ist.
      deswegen finde ich es auch diskutierenswert. aber nur, wenn der andere das auch will - finde wie auf der straße ansprechen gehen gar nicht. schon gar nicht von wildfremden.
      fat acceptance, ja! ABER man kann (und sollte, finde ich) nicht gesundheit grundsätzlich ausklammern, sondern im auge behalten.
      das macht das thema aber natürlich auch nochmal komplizierter.

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    3. Fat Acceptance ist kein Synonym für "jetzt bewege ich mich nicht mehr und fresse mich mit Schoki zu", auch wenn viele schlanke und "normale" das dafür zu halten scheinen.

      Für ich heißt FA, diesen meinen Körper zu akzeptieren und darin zu leben. Ich muss ihn nicht lieben, aber hassen halt auch nicht. Ich akzeptiere meinen fetten Körper und mache mich damit, dass ich ihn annehme, auch dafür verantwortlich, ihn gescheit durch Bewegung, Ernährung (auch dicke und sogar fette Menschen essen gern Gemüse, ehrlich!) und Vorsorge zu erhalten.

      Ich zelebriere mein Fettsein nicht, aber ich entschuldige mich auch nicht mehr dafür. Muss ich auch nicht.
      Denn dann könnte ich mich auch für meine huggelige Nase entschuldigen (könnte man ja richten lassen), für meine unkonformen Haare, die auch nicht allen gefallen (ich könnte mir ja einen langweiligen Schnitt und eine langweilige "Trend"farbe verpassen lassen), für meine musikalischen Vorlieben, für mein gesamtes Dasein.

      Was die Gesundheitskeule angeht: Raucher und Alkoholiker kosten die Kassen furchtbar viel Geld, ebenso Bulimiker und Anorektiker.
      Mehr als gesunde Dicke.
      Und schon mal bedacht, dass bei vielen kranken Dicken vielleicht nicht das Dicksein Ursache der Erkrankung ist?
      Grade bei den gern ins Feld geführten Knochen- und Gelenkerkrankungen; wenn mir jede Bewegung wehtut (z. B. durch Bandscheibenvorfall) bewege ich mich weniger, und wenn ich dann noch Cortisonspritzen bekomme, um überhaupt ohne Hilfe zum Klo und zurückkriechen kann, könnte es sein, dass ich ein wenig oder ein wenig viel zunehme. Das Beispiel ist nicht aus der Luft gegriffen, so habe ich in einem halben Jahr 30 kg zugenommen, ohne mich quer durch die Süßwarenabteilung zu kauen.

      Tut mir leid, dass du jetzt die Packung abbekommen hast, Alyss, aber das musste jetzt sein.

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  2. Ich glaube Themen wie das Gewicht oder die Sexualität lösen immer eine riesige Diskussion auf, obwohl es heutzutage nicht mehr der Fall sein sollte! Ich finde deinen Post toll und habe mich in so vielen Szenarien wieder gefunden. Im Alltag wird auch mir immer gesagt, ich kann nicht gesund oder zufrieden mit mir sein! Aber warum sollte ich das nicht? Ich kann dir wirklich nur Recht geben, dass man zumindest Andere akzeptieren muss!

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  3. Ich finde das auch schwierig. Einerseits sehe ich es so, dass es wichtig ist, dass ich und andere mich so nehmen wie ich bin. Übergewichtige werden immer noch zu sehr diskriminiert, im Job, in der Freizeit, gerade beim Sport. Zum Glück gehe ich mittlerweile auf Mitte 30 zu, so dass ich nicht mehr Angst haben muss, an einer Gruppe fremder Jugendlicher vorbeizugehen, weil sie mich anpöbeln könnten. Aber durch dieses Alter sehe ich den Gesundheitsaspekt tatsächlich anders als noch vor zehn Jahren. Tatsächlich war ich letztes Jahr das erste Mal krankgeschieben, weil ich eine Gelenkreizung hatte. Trotzdem fällt es mir schwer, mich zum regelmäßigen Sport aufzuraffen. Das ist total disziplinlos von mir. Aber ich weiß, dass ich mit sowas nicht die einzige bin. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass eine von uns nicht Kleidergröße 40/42 nähme, wenn es über Nacht ginge. Ganz unrecht haben manche Kritiker also nicht. Trotzdem muss es okay sein, wie jeder ist. Ich erschrecke mich immer über die Fotos von Mädels, die sich zu Knochen gehungert haben und dann applaudieren ihr die Follower, obwohl sie ihren Körper kaputt macht. Niemand wird sie auf der Straße beschimpfen oder sich lustig über sie machen, weil ihr Leben aus hungern und Sport besteht. Bei uns ist das aber gesellschaftsfähig. Alle Frauen, die sich hübsch zurecht machen wollen, können hübsch sein. Das hat nichts mit der Figur zu tun. Und jede Frau hat das Recht selbstbewusst durchs Leben zu gehen und nicht verurteilt zu werden. Wir müssen uns nicht verstecken, wir sind auch da!

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    1. Ich weiß wirklich nicht, ob ich morgen mit einer 40/42 aufwachen wollen würde, wenn es einfach so geht. Es gab Zeiten da hätte ich begeistert „ja!“ gesagt, aber heute frage ich mich, wieso ich einen Teil der zu mir gehört, so verneinen sollte, wieso ich ihn so sehr hassen sollte, dass ich ihn freiwillig einfach so über Nacht weg gebe?

      Auch dünne Leute haben mit 30 schon Gelenkprobleme, zum Beispiel weil sie übernä0ig Joggen gegangen sind, und andere haben ein komplett schlechtes Verhältnis zu Essen und, weil sie ihr Lebenslang versucht haben abzunehmen. Ich will überhaupt nicht ausschließen, dass Übergewicht Probleme bringen kann, aber wir müssen aufhören immer von uns auf andere zu schließen, und weiter in diesen festen Bahnen zurennen, in denen a=b gemacht wird, ohne zu berücksichtigen was da noch hintersteckt.

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    2. @charming, das ist allerdings ein trugschluss.
      ich habe eine freundin die ganz von allein super dünn ist, obwohl sie rein haut wie ein scheunendrescher. es ist akzeptierter als fett sein, ja, aber sie wird im alltag auch sehr oft auf die probe gestellt. vllt nicht so aggressiv wie bei uns, aber sie muss sich auch viel anhören.
      allerdings ist uns das gar nicht so bewusst.

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    3. Da hast Du sicher recht, das bedenkt man zu wenig.

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  4. Ich habe es auch eher so gemeint, dass man manche gesundheitliche Dinge einfach noch nicht abschätzen kann. Mit Mitte 20 oder 30 hat man in der Regel noch keine Probleme, aber wer weiß, was noch kommt. Ich will das nicht verallgemeinern. Ich denke nur, dass man den Aspekt nicht vernachlässigen. Ich habe mich vor einigen Jahren intensiv damit beschäftigt, weil ich einen bestimmten BMI für meinen Job brauchte. Vielleicht stimmst Du mir aber zu, dass vermutlich niemand absichtlich dick ist. Trotzdem darf man aber mit sich zufrieden sein, so wie man ist!

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  5. Das ist eine never ending story, glaube ich. Grundsätzlich sage ich, dass alles okay ist, solange man keinem Anderen weh tut mit dem eigenen Handeln. Und ich denke, hier spielt auch ganz klar Genetik eine große Rolle. Denn ich merke oft, es ist total verpönt, ein bisschen Übergewicht zu haben. Das MUSS doch an der Faulheit liegen, anders geht's ja gar nicht. Aber wenn jemand von Natur aus schlank ist, dann MUSS das ja etwas mit Konsequenz und Sportlichkeit zu tun haben. Das kann ich nie verstehen. Ein schlanker Körper KANN genauso krank sein, wie ein dicker Körper. Da gibt es diesen schönen Begriff "skinny fat" Außen schlank, innen fett. Wie viele schlanke Menschen können essen, was sie wollen, ohne zuzunehmen? Das ist aber nicht weniger ungseund, als einfach fett zu sein.
    Ich muss aber auch mal eine Lanze für alle schlanken Ladys brechen. Ich finde es genau so schlimm, wenn Dicke über diese Damen herziehen á la "Klappergestell", kann ich auch gar nicht leiden. Jeder, wie er mag & wie er sich wohlfühlt. Über Spätfolgen können wir dann in 10 Jahren gerne nochmal diskutieren. Das Leben ist unvorhersehbar. Anstatt uns alle zu bekriegen, wegen des Aussehens, Religion, Herkunft, Hautfarbe, lasst uns doch einfach mal gut zueinander sein.

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  6. Ich liebe dich für diesen Post!

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  7. Ich finde diesen Post einfach großartig! Du hast wieder den Punkt getroffen!
    cookieschaosncestlavie.blogspot.com/

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  8. Fat Acceptance bringt mich ganz ehrlich immer in einen Zwiespalt.

    Ich muss dazu sagen, dass ich seit meiner frühen Kindheit behindert bin (Rollstuhl mit Restgehvermögen) und durch Kortison, das ich seit 25 Jahren nehme und auch weiterhin nehmen muss, einfach aufgeschwemmt bin

    Auf der einen Seite MUSS ich mit 90 Kilo und 1,65 cm einfach abnehmen, weil ich a) nicht will, dass sich meine Pflegepersonen überanstrengen müssen, b) mein Treppenlift und mein E-mobil dann besser funktionieren und c) es bei der Krankengymnastik einfacher ist.

    Andereseits musste ich auch schon früh lernen mit einem kranken, krüppligen Körper zu leben und hab es auch trotzdem geschafft einen Mann zu finden, mein Fachabi und eine Ausbildung zu machen.
    Mir ist auch klar, dass ich, auch von etlichen Ärzten bestätigt, nie schlank sein werde.
    Man kann sich trotzdem mögen, auch wenn man dick UND behindert ist..=P.

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  9. Daaaaankeeeeee!!! Ein toller Post!
    Etwas möchte ich noch loswerden...
    Ich habe mich auch immer wieder gefragt, warum das so ist. Wieso werden andere Menschen ausgegrenzt... warum verurteilt (egal ob dick, dünn, dumm, arbeitslos, etc.)
    Meine Erkenntnis ist, dass der Mensch an sich, meistens einfach so ist. Es geht um Zugehörigkeit und Gruppenbildung... denn die macht stark... die gibt Macht... es wird mit der Masse geschwommen und das als gut angenommen, was da so propagiert wird....
    Naja... zu Zeiten im Neandertal mitunter sehr überlebenswichtig. Ich denke allerdings, dass wir diese Zeiten hinter uns gelassen haben... zumindest manche, die ihr Gehirn auch noch in anderen Regionen nutzen... beim Denken mal die Richtung wechseln und nicht scheu sind zu hinterfragen.
    Und ich möchte betonen, dass das hier überhaupt nicht böse oder herablassend oder sonstwas gemeint ist!
    Und weil Mensch ist, wie er ist... hab ich beschlossen mich mit denen zu umgeben, die wirklich tolerant sind und alte Muster hinterfragen. Damit man eins hat: Freundschaft! Am liebsten überall und jederzeit! Das wäre toll!
    Naja... realistisch gesehen, geht das nicht... leider... also gehe ich auf alle offen und freundlich zu.... nehme sie, wie sie sind... und wer mir blöd kommt, weil er das vielleicht nicht so kann, dem widme ich auch keine weitere Zeit. (Okay... manchmal kommt man nicht drum rum... aber auch da kann man sich innerlich distanzieren ;)--- sonst reg ich mich ja nur noch auf *g*)
    Das hat mich entspannter gemacht! Ich denke nicht mehr drüber nach, ob andere mich verurteilen.... und der positive Nebeneffekt:
    Ich kenne mittlerweile so viele Menschen, die genau so denken, wie ich. Die kamen plötzlich von überall her... und es ist einfach toll!

    Liebe, Liebe, Liebe ist das Wichtigste! <3
    Habt einen tollen Tag!

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  10. Ich finde es immer lustig wenn sofort der Kommentar kommt "Aber dünne Menschen können auch krank sein / Gelenksprobleme haben" - na klar, schließlich ist Übergewicht nicht die einzige Ursache. Aber es ist nunmal wissenschaftlich belegt dass bestimmte Krankheiten bei Übergewicht häufiger auftreten.
    Ich habe kein Problem mit dicken Leuten. Ich denke mir auch ehrlich gesagt nichts wenn ich welche auf der Straße sehe. In gewisser Maßen geht es mich nichts an. Andererseits geht es mich dann doch etwas an, weil es eben doch gesundheitsschädigend ist und die Kosten dafür dann vom Staat (der auch von mir Geld bekommt) getragen werden müssen. Aber genauso stehe ich Magersüchtigen, Sportjunkys und sonstigen extremen Auswüschen kritisch gegenüber.

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  11. Schön geschrieben! Und ich antworte, weil ich gerade wieder diese Behauptung " Ich muss die Kosten für die Gesundheit von euch Dicken tragen" lese.... Leute! Macht euch schlau! Bitte fallt nicht auf solche Sch...hausparolen rein. Was meinst du? Wie hoch sind die Kosten für einen COPD kranken Raucher, für einen Alki, für zig Motorradunfälle jeden Sommer? Und abgesehen davon, ab einem bestimmten Alter regeneriert sich jeder Körper nicht mehr so gut wie in jungen Jahren. Die wenigsten gehen da ohne behandlungspflichtige Blessuren durch. Und enden tuts bei Allen gleich! Dicke sind teurer? Ok, aber nach dieser These sterben ja auch viele viel früher. Das gleicht das Ganze wieder aus. Sorry, dass soll nicht böse klingen und ist nicht persönlich gemeint. Aber es musste mal raus.
    Lieben Gruß

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    1. Und? Nur weil es noch andere Idioten gibt für die ich zahle soll ich Übergewicht (für die ich eben genauso zahle) gut heißen ? Fix nicht. Natürlich gibt es genug andere Menschen die unnötig Kosten verursachen, aber nichts davon würde ich gut heißen.

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  12. Immer, wenn ich dieses "Fat Acceptance schön und gut, aber ..." lese, merke ich, wie mein Aggressivitäts-Pegel aus der Bahn gerät. Kein Aber. Jeder Mensch darf sein, wie er will, solange er anderen damit keinen Schaden zufügt. Tun wir nicht. Und diesen Bullshit mit den exhorbitanten Gesundheitskosten, die der Staat und damit jeder einzelne Bürger ja trägt, kann ich auch nicht mehr hören.

    » Fat People and Tax Dollars

    Das ist jetzt zwar aus Amerika, aber wir richten uns ja immer schön nach den Amis.

    Ansonsten rede ich mich jetzt nicht in Rage, sondern sage einfach "Danke, Katrin für den tollen Post". Lesen und verstehen ... kann ich da nur jedem ans Herz legen.

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    1. Da man das deutsche und das amerikanische Gesundheitssystem nicht mal annähernd vergleichen kann halte ich den Link für mehr als nichts sagend. Aber klar, es sind natürlich alles Mythen dass Übergewicht ungesund ist xD

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    2. Niemand sagt, dass es eine Mythe ist dass Übergewicht krank machen KANN, aber es ist eine Fehlinterpretation, wenn man nur am Aussehen/Gewicht/Körper eines Menschen eine zutreffende Aussage über seinen Gesundheitszustand machen will.
      Genauso wie es falsch ist, dass jeder dicke Mensch krank wird, früh stirbt, jeden Tag 5 Sahnetorten ist, sich nicht bewegt usw. Das ist Stigma, dass alleine dadurch hervorgerufen wird, dass du deinen dicken Körper wahrnimmst, ohne jegliche weitere Hinweise oder Fakten über den Menschen und darüber wie dieser Mensch lebt.

      Davon mal abgesehen, geht es hierbei ja genau darum, dass man Menschen respektiert, egal ob sie gesund sind oder nicht. Es ist völlig belanglos ob ich Sport mache oder nicht, Kuchen esse oder nicht, zufrieden bin oder nicht, niemand hat das Recht mich wegen meines Gewichts zu verurteilen, diskriminieren oder zu benachteiligen. Und Argumente wie „OMG das Gesundheitssystem wird zusammen brechen“, sind absoluter Blödsinn. Es gibt tausende Menschen die wegen jedem Zwicken zum Arzt gehen, die bezahlen genauso viel in die Krankenkasse ein, wie Menschen die nie gehen, so ist das eben im Sozial Staat, da gleicht sich so etwas aus, weil wir alle in einen Topf zahlen!

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  13. ich hab mir jetzt nicht alle kommentare durchgelesen..
    ich lesen schon lange in deinem blog und weil ich mir in letzter zeit öfter mal gedanken um mein gewicht mache geb ich hier meinen senf dazu.
    ich war schon immer pummelig, hatte aber nie schwierigkeiten wegen mobbing oder sonstigem. in den letzten zwei jahren hab ich extrem zugenommen und ich bin dick was mir aber zugegebenermaßen keine probleme bereitet.
    man sollte immer beachten warum jemand dick ist. oft hat es nämlich gar nichts damit zu tun was und wieviel jemand isst. vor einigen monaten haben ich erfahren das es bei mir einfach an einem tumor liegt der hormone ausschüttet (und den bekommt man einfach so und der hat rein gar nichts mit ernährung usw zu tun). ich hab keinerlei gesundheitliche probleme aufgrund meines übergewichts.
    die freundin meines bruders ist magersüchtig und sie hat wesentlich mehr und größere gesundheitliche probleme als ein dicker mensch wie ich. und das gesundheitssystem bietet magersüchtigen viel mehr als es dicken bietet.
    es spielt eine große rolle WAS man ausstrahlt und welche lebenseinstellung man hat, wieviel respekt man sich selbst gegenüber haben will.
    und du liebe katrin strahlst realismus und lebensfreude aus! eine super mischung die gut tut
    liebe grüße

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  14. ich hab mir jetzt nicht alle kommentare durchgelesen..
    ich lesen schon lange in deinem blog und weil ich mir in letzter zeit öfter mal gedanken um mein gewicht mache geb ich hier meinen senf dazu.
    ich war schon immer pummelig, hatte aber nie schwierigkeiten wegen mobbing oder sonstigem. in den letzten zwei jahren hab ich extrem zugenommen und ich bin dick was mir aber zugegebenermaßen keine probleme bereitet.
    man sollte immer beachten warum jemand dick ist. oft hat es nämlich gar nichts damit zu tun was und wieviel jemand isst. vor einigen monaten haben ich erfahren das es bei mir einfach an einem tumor liegt der hormone ausschüttet (und den bekommt man einfach so und der hat rein gar nichts mit ernährung usw zu tun). ich hab keinerlei gesundheitliche probleme aufgrund meines übergewichts.
    die freundin meines bruders ist magersüchtig und sie hat wesentlich mehr und größere gesundheitliche probleme als ein dicker mensch wie ich. und das gesundheitssystem bietet magersüchtigen viel mehr als es dicken bietet.
    es spielt eine große rolle WAS man ausstrahlt und welche lebenseinstellung man hat, wieviel respekt man sich selbst gegenüber haben will.
    und du liebe katrin strahlst realismus und lebensfreude aus! eine super mischung die gut tut
    liebe grüße

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  15. Ich wollte mal danke sagen.
    Nachdem ich diesen Eintrag + Kommentare und den Artikel auf Brigitte + Kommentare gelesen habe, ist mir endlich klar geworden, worum es im Kern bei Fat Acceptance geht.
    Das Konzept fand ich immer klasse, aber das Gesundheitsargument wusste ich nie zu wiederlegen. Da war immer dieser Aspekt "Hm, was würde ich darauf antworten? Wie kann ich dagegen argumentieren?". Aber jetzt hab ichs kapiert!

    Ob ein dicker/fetter Körper krank ist oder kranker sein wird als ein dünner, das spielt erstmal keine Rolle. Es geht nicht darum, zu sagen "Gott sei Dank bin ich so fett, fett sein ist toll!" sondern darum, sich im Spiegel oder auf Fotos betrachten zu können, ohne im Boden versinken zu wollen, ohne sich zu schämen oder schlecht zu fühlen. Sich als das Individuum, das man eben gerade darstellt, zu lieben und anzunehmen. Und auch von anderen angenommen und nicht mehr verurteilt und kritisiert zu werden. Fat Acceptance soll Lebensqualität geben.

    Ich finds klasse! Tausend Dank für diesen Artikel. Übrigens bin ich selbst nur "pummelig", also nicht Plus-Size, aber das Thema finde ich mega wichtig, denn es geht jeden was an! Denn damit bin ich auf der Seite derer, die eventuell verurteilen... Und das muss aufhören. Unbedingt!

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    1. Richtig! Das ist ganz wichtig, nur weil man selber nicht dick ist, bzw. sogar grade, wenn man persönlich wenig Berührungspunkte mit dem Thema hat, sollte man sich trotzdem darüber bewusst werden, was es für andere bedeutet.

      Und ja im Kern stimmt das, bei Fat Acceptance geht es darum Lebensqualität wieder zu finden, die einem seit ewig angesprochen wird, und zu verstehen, dass jeder Mensch akzeptabel ist, Respekt verdient hat und ein Recht auf Selbstbestimmt hat, völlig egal wie dick oder dünn er ist! :)

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  16. Ich bewundere es total, wenn sich jemand mit seinem Aussehen/Gewicht selbst akzeptiert und dafür kämpft, von anderen nicht deswegen diskriminiert und fertig gemacht zu werden.
    Ich selbst habe die letzten Wochen und Monate damit verbracht, mich mit Sport und gesunder Ernährung (keine kohlenhydratarme Ernährung oder frustrierende Diät in der man auf alles verzichtet, nur mehr Gemüse und trotzdem lecker und genug) endlich auf mein, seit Jahren in meinem Kopf spukenden, Wunschgewicht zu reduzieren. Und ich schreibe mit Absicht reduzieren, denn viele andere Themen gab es eine Zeit lang nicht.
    Jeder sollte so sein dürfen wie er/sie ist und sich nicht ständigem Hohn, Spott und Beleidigungen gegenüber sehen nur weil er/sie sich nicht diktieren lässt, wie er/sie aussehen sollte.
    Absoluter Respekt. Ich wünschte ich hätte das früher erkannt!

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  17. Ich bewundere es total, wenn sich jemand mit seinem Aussehen/Gewicht selbst akzeptiert und dafür kämpft, von anderen nicht deswegen diskriminiert und fertig gemacht zu werden.
    Ich selbst habe die letzten Wochen und Monate damit verbracht, mich mit Sport und gesunder Ernährung (keine kohlenhydratarme Ernährung oder frustrierende Diät in der man auf alles verzichtet, nur mehr Gemüse und trotzdem lecker und genug) endlich auf mein, seit Jahren in meinem Kopf spukenden, Wunschgewicht zu reduzieren. Und ich schreibe mit Absicht reduzieren, denn viele andere Themen gab es eine Zeit lang nicht.
    Jeder sollte so sein dürfen wie er/sie ist und sich nicht ständigem Hohn, Spott und Beleidigungen gegenüber sehen nur weil er/sie sich nicht diktieren lässt, wie er/sie aussehen sollte.
    Absoluter Respekt. Ich wünschte ich hätte das früher erkannt!

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