Mittwoch, 24. Juli 2013

Looking up to - Your turn


Da ich ein bisschen unsicher war, wie ich den Post am besten angehe, habe ich mir etwas Zeit gelassen, aber nun habe ich beschlossen, dass ich euch einfach anonym zitiere, genau das, was ihr mir geschrieben habt. Danke für die vielen Einsendungen und wer verpasst hat, worum es eigentlich geht, hüpft noch mal schnell zu "Looking up to" zurück und ließt was ich zum Thema Vorbilder zu sagen habe. 


"Ich muss leider sagen, dass ich nie eine Frau als Vorbild hatte. Weil ich mich eben mit keiner identifizieren konnte und die dicken Frauen nur dann in die Schlagzeilen kamen, wenn sie abgenommen haben. Ich habe mich immer an männlichen Vorbildern orientiert...die waren mir emotional einfach näher als die weiblichen, verhungerten Mädels, die (vor allem in den 90ern) durch die Massenmedien tingeln, gute Laune speien und allein für ihre Optik bewundert werden. Ich hatte immer das Gefühl, dass Frauen medial für ihre Inhaltslosigkeit gefeiert werden, wohingegen Männer das Privileg haben, auch Makel und vor allem Gehirn besitzen zu dürfen. Heute ist es ausgeglichener, und vor allem Beth Ditto, Adele, Rebel Wilson und all den anderen ERFOLGREICHEN dicken Frauen haben mein Weltbild ein wenig zurecht gerückt. Hätte mein Teenager-Ich nur schon diese Fauen gekannt. Für mich wäre da einiges einfacher gewesen, denn heute habe ich keine prominenten Vorbilder mehr nötig. Heute besteht mein Vorbild aus all wundervollen Plus Size Blogger, die mir am Ende gezeigt haben, dass die Kleidergröße nichts mit einem selbstverständlichen Leben zu tun hat. Und dafür danke ich euch, denn ihr seid mir näher, als es Adele und Co. sein könnten"


"Genau wie bei dir hat auch Beth Ditto mich sehr geprägt. Als ich ich in London mein Aupair-Jahr gemacht hab, war sie überall auf riesigen Plakaten und ich fand's so angenehm endlich mal eine dicke Frau zu sehen, die so viel Erfolg damit hat einfach zu machen was sie will. London hat mich sowieso geprägt, was mein Verhältnis zu meinem Körper angeht. Ich hab das erste mal in meinem Leben Kleider gekauft, weil ich's wollte und weil ich's schön fand. Also sind englische Frauen im Allgemeinen wohl irgendwie auch Vorbilder für mich. Allerdings ist es in England ja nun auch einfacher Mode in großen Größen zu bekommen.

Inzwischen bin ich viel auf Tumblr unterwegs und zu meinen Vorbildern dort gehört Tess Munster (http://tessmunster.tumblr.com/), sie ist wunderschön und selbstbewusst und zeigt auch mal Schwächen oder, dass auch sie ab und zu mal einen schlechten Tag hat und damit kämpfen muss sich selbst zu aktzeptieren.


Und liebe Katrin, auch du gehörst zu meinen Vorbildern. Und mich ärgert sehr, dass ich dich nicht kennengelernt hab als ich mit 13 so unglücklich nach Spenge gezogen bin. Ich glaube wir hätten uns als Teenies gut verstanden. Zwei dicke Mädchen mit bunten Haaren. :D Durch dich hab ich die 'Blogosphere' erst so richtig kennengelernt. Vorher hab ich nie Blogs gelesen. 

Du bist einfach so erfrischend sympathisch, inspirierend, ehrlich und anders. Und das mag ich sehr. 
So genug mit der Lobhudelei. ;)"

"Lena Dunham

Ich bin verliebt in Lena Dunham! In "Girls" spielt sie nicht nur, sie schreibt, produziert und führt Regie. Sie zeigt mutig ihren nicht-konformen Körper und ist dabei so schön... Sie zeigt Ängste und Unsicherheiten und wie man trotzdem das Leben liebt und der Gesellschaft dabei den Mittelfinger zeigt - was hätte ich gegeben, mit 14 so ein Vorbild zu haben... Für mich ist Lena Dunham eine "echte" Frau im Gegensatz zu dem ganzen weichgespülten und gehotoshoppten Kram, der uns sonst so untergejubelt wird. Und dafür liebe ich sie heiß und innig!"


"Alex Degenhardt aus "Mein Leben & Ich"

Alex hat mir gezeigt, dass man als Mädchen nicht süß und lieb in einem Kleid herumhüpfen muss, um Freunde zu haben und sogar Jungs den Kopf zu verdrehen. Alex ist ehrlich gesat eine Kackbratze und das fand ich als Teenager klasse! Klar kann Courtney Love als Rockstar Leute anpöbeln, aber Alex war genau wie ich - Schülerin, wohnt bei Mama und Papa und die Geschwister nerven, genau wie die Mitschüler und Lehrer - und sie motzt und mault und versteckt ihre schlechte Laune nicht. Super befreiend!




Mama Cass von The Mamas & Papas


Ganz abgesehen von ihrer wunderbaren Stimme, ist Mama Cass das einzige dicke Hippie-Mädchen, dass ich kenne. Als begeisterter Hippie-Fan fand ich es immer traurig, dass alle Frauen der Bewegung so dünn waren (klar kann man dann den BH verbrennen und freie Liebe leben). Aber das Schicksal von Mama Cass zeigt auch, dass sie mit sich nicht glücklich war und der Diätwahn sie auf dem Gewissen hat. Wie traurig ist es, dass diese begabte Frau durch die Ideale der Gesellschaft zerstört wurde?"


"Ein Loblied auf Anke Gröner

Seit ich Frau Gröner das erste Mal gelesen habe, ist meine Welt ein klein wenig anders. Ich denke anders über mich (oder versuche es zumindest), achte auf mich und habe Wein lieben gelernt. Ihre Nudeldicke Deern hat mich zum Nachdenken und Verändern angeregt und mir gezeigt, dass ich nicht weniger liebenswert bin als meine schlankeren Mitmenschen.


Durch sie habe ich all diese wunderbaren tollen Frauen im Netz kennengelernt, die mir jeden Tag  aufs Neue zeigen, dass ich und mein Körper schon okay sind.


Merci, Anke!"


"Also mein Vorbild ist Demi Lovato, einfach weil sie eine wunderhübsche und starke Frau ist. Sie ist durch eine schwere Zeit gegangen und hat es geschafft. Sie hilft mir, zu akzeptieren, dass ich einfach nicht so dünn bin wie die anderen Mädchen aus meiner Klasse, dass das aber nicht bedeuten muss, dass ich weniger wert bin und nicht auch hübsch sein kann. Sie ist eine wunderbare Person und ich schaue wirklich zu ihr rauf"

"Roseanne Barr:

hat mich durch meine Kindheit gebracht.  Ich war von Klein auf Dick und wurde gehänselt. Und dachte das Leben sei immer nur scheiße zu mir. Ich hing voll im Bluse. Und dann sah ich die erste Folge von der Serie Roseanne. Wow! Das war eine Art erwachen. Endlich eine Frau die Dick war im Fernsehn! Endlich keine Familie bei der alles perfekt war. Endlich keine Serie in denen es sich nicht um Reiche schicki-mickis dreht! 


Sie motivierte mich nicht nur den Kopf immer hoch zuhalten sondern sie lehrte mich auch das Frauen nicht nur in die Küche gehören sondern ihre eigene Pläne verfolgen sollte egal wie oft es schief geht. Und dann darf man natürlich nicht eins vergessen! Mit einer Portion Humor kommt man gut durchs Leben. Ich habe mir erst dieses Jahr die Staffeln gekauft und nochmal rein gezogen. 


Monica Bellucci:

Die Frau ist für mich das Schönste was es auf der Welt gibt. Dadurch das sie nicht diese typische Hollywood Kariere + Figur hat macht sie mir noch viel sympathischer. Die gute wollte ja Anwältin werden und wurde während des Studiums entdeckt. Danach hat sie gemodelt und dann kam erst Hollywood. Toll ist auch das der Klatsch-Faktor bei Ihr so niedrig ist und man eigentlich kaum was über sie weiß "



Vielleicht da ja für den einen oder anderen auch noch jemand dabei. Ansonsten danke fürs Mitmachen und vor allen Dingen für die lieben Worte an mich und die anderen Blogger. Für mich persönlich ist es auch so, dass ich vor allen Dingen zu Frauen aus meinem Umfeld aufsehe, weil es einfach jede Menge toller Blogger gibt, die mich daran erinnern, dass ich auf dem richtigen Weg bin und mich mit ihren eigenen Blogs immer wieder inspirieren und motivieren. 


Kommentare :

  1. Morgen Katrin,

    ich hatte erst gestern an den Artikel gedacht. Schön das du dir Zeit genommen hast dafür und es einfach so veröffentlicht hast. So kann man die einzelnen Meinung in schöner roher Form lesen :)

    Ich wünsch Dir eine wundervolle Woche
    ♥ Bine

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  2. Ganz, ganz toller Beitrag. Ich finde es toll, dass du dieses Thema aufgeworfen hast, und noch viel wunderbarer finde ich, wie du diesen Beitrag hier gemacht hast - die Zitate zeigen eben genau auf, was Vorbilder sein können und sollen, und das in den Worten der jeweiligen Mädels, besser hättest du das nicht machen können.
    Kompliment!
    <3 Camilla

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  3. Die Idee dahinter finde ich klasse von dir! Super, dass du dir die Arbeit damit gemacht hast.

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  4. Hach, "Mein Leben & ich" habe ich damals aus dem selben Gründen immer geguckt und geliebt. :3

    Die Idee finde ich auch total klasse und man merkt immer wieder, wie viel Mühe, Zeit und Leidenschaft in deinen Blog steckst, wie auch jetzt! Das bewundere ich wirklich. :)

    Ich wünsch dir noch einen wunderschönen Sonntag ♥

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  5. Danke für diesen Post. Dennoch sollte man nicht vergessen, dass es durchaus zwei Möglichkeiten gibt, mit der eigenen Figur umzugehen! Entweder man beschreitet den Weg, den Du gehst und den viele Dicke für sich wählen, nämlich den der Selbsakzeptanz und Selbstliebe - was, wie auch der Aufruf der Vorbilder-Suche zeigt, vielen ohne entsprechende positive Bestärkung von außen doch nicht oder nur sehr eingeschänkt gelingt. Ich finde das schade, denn es spricht aus meiner Sicht nicht unbedingt für ein gesundes Selbstbewusstsein, wenn man immer wieder gesagt bekommen muss, dass man ganz toll ist so wie man ist. Weg 2 gibt es aber auch noch. Er wird oft verteufelt, ist aber aus meiner Sicht auch eine durchaus ernstzunehmende Option: Ändern, was einem nicht gefällt und womit man sich nicht arrangieren kann oder eben auch will. Den gehe ich momentan, und auch dieser Weg ist (zumindest für mich) ein guter Weg. Herauszufinden, was alleine durch eine kontrollierte Ernährung und 45 Minuten Sport täglich möglich ist war ein Aha-Effekt, den ich heute nicht mehr missen möchte.

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    1. Hey :)

      Ich würde nicht sagen, dass ich Abnehmen verteufele, ich verteufele nur die Einstellung mit der die meisten Menschen ans Abnehmen ran gehen, nämlich mit der Erwartung, dass wenn sie ihr Traumgewicht haben, alle ihre Probleme sich ins Luft auflösen und alles anders wird. Leider ist das nicht so, denn die meisten Probleme die wir haben, sind in unserem Kopf und nicht in unserem Bauchfett verankert.

      Ich verstehe den Gedanken, dass man auf jeden Fall versuchen sollte sich selber zu lieben, unabhängig davon, was andere sagen, es bringt mir nichts, wenn ich mich nur dann so wie ich bin akzeptiere, so lange die Außenwelt mir widerspiegelt, dass es okay ist ich zu sein. Man sollte dabei aber unbedingt berücksichtigen, dass man als dicker Mensch, zu 99% mit mit einer Außenwelt umgeben ist, die einem genau das Gegenteil sagt, nämlich, dass man erst etwas Wert ist, sobald man dünner ist. Und für mich persönlich und anscheinend auch für viele andere, geht es bei diesen Vorbildern nicht darum, dass Beth Ditto oder Lena Dunham einem sagen "Hey du bist schön wie du bist." sondern, dass der Gedanke, dass solange man dick ist, man ein schlechterer Mensch ist ins Wanken gebracht wird.
      Selbst als dünner Mensch ist man ständig davon umgeben, dass wir nichts genug sind, nicht schön genug, nicht jung genug, nicht sportlich genug, nicht beliebt genug, nicht reich genug und diesen Gedanken überhaupt erstmal in Frage zu stellen, gelingt den meisten Menschen nicht, wenn sie nicht einen kleinen Denkanstoß bekommen. Und genau solche Denkanstöße sollten Vorbilder sein. Wenn man sich dann dazu entscheidet, dass das persönliche Idealgewicht ein anderes ist, als das welches man hat, sollte jeder tun was er will, doch ich denke die mangelnde Selbstliebe liegt oft nicht daran welche Figur man hat, sondern daran, dass wir dazu erzogen werden uns in Frage zu stellen.

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  6. Ich denke, ich verstehe, worauf Du hinauswillst. Leider ist es so, dass viele Menschen noch immer auf das Hören, was ihnen gesagt wird. Und das kann der größte Käse sein! Versteh mich nicht falsch, ich bin eine große Freundin von klaren Worten - aber ob ich mir die Kritik oder halt das Feedback auch zu Herzen nehme ist einzig und allein meine Entscheidung.

    Letzlich ist es doch so: wer dick ist, dem sieht man an seinem großen Hinterteil und diversen anderen Körperregionen durchaus eine Charakterschwäche an, näcmlich die, dass derjenige mehr isst, als er verbrennt und deshalb halt ordentlich was auf den Hüften hat. Wieso das eine Charakterschwäche ist? Es steht für mangelnde Selbstdisziplin. Soweit gehe ich auch mit. Allerdings ist es durchaus so, dass es auch Charakterschwächen gibt, die man dem Menschen nicht direkt ansieht. Die eine fällt immer auf die falschen Männer rein, der nächste bescheißt beim Kartenspielen, weil er nicht verlieren kann, es gibt unzählige Bispiele. Nur wie gesagt, das sieht man niemandem auf den ersten Blick an.

    Deshalb haben es die Dicken aus so schwer: wer will anderen etwas vormachen? Ja, es könnte auch noch die vielzitierte Krankheit sein, aber wenn wir ehrlich zu uns sind, es es das doch in den wenigsten Fällen. Und genau da gehts druff: eine Schwäche, die man nicht verbergen kann und die genau deswegen von Kindheit an immer wieder Zielscheibe war für bestenfalls gutgemeinte Ratschläge, schlimmstenfalls krasse Ausfälle entsprechend veranlagter Zeitgenossen. da nützt auch kein schwarzes Stoffzelt was, dick bleibt dick.

    Da ich den anderen nicht ändern kann (Vollidiot bleibt Vollidiot, sich sorgende Oma auch) muss ich nun bei mir selbst anfangen: es kann schließlich keiner außer mir selbst etwas dafür, dass ich -bringen wir es mal auf den Punkt - zu viel esse. Also bleiben mir nur die beiden oben genannten wege: entweder ich kämpfe mit meiner Einstellung mir selbst gegenüber oder ich Kämpfe mit meiner Veranlagung bzw. meinem Essverhalten. Und ein Kampf ist es wirklich. Wobei es mir vergleichsweise leicht fällt, morgens halb sieben laufen zu gehen, denn ich bekomme ja auch eine Menge dafür: ich kann über den Tag verteilt guten Gewissens mehr essen als ohne und mein Körpergefühl verbessert sich ebenfalls.

    Das hat nichts mit dem zu tun, was andere von mir erwarten oder wie man mich gerne hätte, sondern das ist etwas, was ich nur für mich mache. Und ich hoffe, es mein Leben lang durchziehen zu können, denn das ist die perspektive. Gelingt mal mehr, mal weniger gut, aber der Trick ist, nicht aufzugeben.

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    1. Ich weiß nicht genau was ich dazu antworten soll, denn es tut mir Leid aber eigentlich möchte ich nicht mit jemandem diskutieren, der Essen als Charakterschwäche sieht. Denn, es tut mir Leid, aber das ist genau das, was ich unter Fat-Shaming verstehe.

      Außerdem ging es hier gar nicht um abnehmen oder Gewicht, sondern um Vorbilder und Empowerment und darum wie man es schaffen kann sich selbst zu lieben, und wenn du für dich deinen Weg gefunden hast, ist das toll und freut mich wirklich, aber deswegen solltest du trotzdem aufhören andere auf Grund ihres Gewichts oder Aussehens zu be- oder verurteilen. Dick sein ist keine Charakterschwäche und ist nichts schlimmes, und wenn es von unserer Gesellschaft so angesehen wird, dann ist das anerzogen. Es ist unsere Kultur in der wir grade leben, in anderen Teile der Welt wird Übergewicht noch immer als etwas wundervolles oder sogar Erstrebenswertes gesehen.

      Nun ja, ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich noch dazu sagen soll.

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  7. Ich hab den Post jetzt erst gesehen. Leider erst, weil du auf Twitter darauf hingewiesen hast. Der Post ist wunderbar gemacht. Schade, dass dann wieder Leute daher kommen, die solche Kommentare nicht für sich behalten können. Denn das ist es doch eigentlich. Der Punkt an dem man andere Leute haltlos kritisieren muss, um sich selbst besser zu fühlen.

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  8. Danke für Deine Antwort.

    Ich denke, wir haben uns etwas missverstanden. Essen an sich ist kleine Charakterschwäche, sehr wohl aber finde ich ist mangelnde Selbstdisziplin eine Charakterschwäche. Wenn ich mehr esse als ich verbrenne, dass ist das mangelnde Selbstdisziplin, und das sieht man halt. So weit bin ich für mich gekommen, und das weiß ich jetzt mit ca. 100 kg genau so wie mit ca. 130 kg vor einem Jahr.

    Aus meiner Sicht hat das nichts mit Fat Shaming zu tun, sondern es ist lediglich ein weiterer Schritt auf einem langen Weg, ehrlich gegenüber sich selbst zu sein: sich einzigestehen, dass man diese Charakterschwäche hat und dann eben entweder zu lernen, sich selbst mitsamt dieses "Fehlers" anzunehmen, zu lieben und diese Einstellung auch nach außen zu tregen oder sich zu ändern. Das sind die beiden Wege, die es aus meiner Sicht gibt, mit Übergewicht umzugehen.

    Ich will mich - unabhängig von Kultur und Gesellschaft - mit mir selbst wohlfühlen, mit mir selbst im Reinen sein, und mir vor allem nicht selbst etwas vormachen. Daraus entstehen Schuldgefühle, die einem, wenn auch vielleicht nur unbewusst, komplett das Leben versauen können. Nur sich selbst anzunehmen und zu lieben wie man ist kann das ausgleichen.

    Natürlich ist dick sein nichts schlimmes. :) Es gibt so viel schlimmeres: krank zu sein, arm, was weiß ich. Sich über Dicksein Gedanken zu machen ist mehr oder weniger ein Luxusproblem, weil es impliziert, dass man gut genug versorgt ist um mehr Nahrung zu sich zu nehmen, als der eigene Körper braucht. Es wird so zu einem Gesellschaftsphänomen, einem ästhetischen Thema.

    Und da kommen wieder die Vorbilder ins Spiel: mir persönlich ist schnurz, ob ein Mensch dick, dünn, groß, klein, schwarz, weiß, grün oder blau ist. Ich finde es viel wichtiger, die Person anzusehen und Schönheit zu entdecken, was für mich so ein Leuchten von innen heraus ist, Charakter, Besonderheit, Zufriedenheit. Und auf irgendeine Weise findet man diese Schönheit in fast jedem Menschen, man muss nur hinsehen und -fühlen wollen. Und nicht nur um sich selbst kreisen.

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    1. Um "mehr essen als verbrennen" als mangelnde Selbstdisziplin und somit als Charakterschwäche dar zu stellen, muss man Übergewicht als etwas schlechtes sehen, ansonsten macht die Argumentation gar keinen Sinn. Das hat nichts damit zu tun, ehrlich zu sich selber zu sein. Ich weiß ich bin dick, ich weiß ich esse gerne, Punkt. Da gibt es keine mangelnde Selbstdisziplin.
      Mal ganz davon abgesehen, dass ich das gesamte Konzept mangelnder Selbstdisziplin nur schwer nach voll ziehen kann. Disziplin hat was damit zu tun, dass ich die Dinge, die ich erreichen will, schaffe, weil ich sie durchziehe, wenn jemand aber keine Intention hat Abzunehmen oder sich bewusst dazu entscheide gerne viel zu essen, fehlt es einem doch nicht an Disziplin.

      Ich denke Problem, dass ich darin sehe ist die Verallgemeinerung, wenn du dich entscheidest abzunehmen und dich so besser fühlst, kann ich nur noch mal sagen: klasse. Und ich kann verstehen, dass du es dann an dir selber kritisieren würdest, wenn du zb. deinen Diätplan nicht einhältst, und es deswegen als mangelnde Selbstdisziplin ansiehst. Ich denke aber nicht, dass man das verallgemeinern sollte.

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  9. Danke für Deine Antwort. Es stimmt schon, ich sehe Übergewicht nicht als etwas Gutes. Bestenfalls als etwas, mit dem ich leben kann (und muss). Ich für meinen Teil bin aber auch so ehrlich zu mir selbst, um einer imaginären guten Fee sofort zu entgegnen: logisch, wenn ich einen Wunsch frei hätte, wäre es Kleidergröße 42/44. Zu schlank möchte ich gar nicht sein, das wäre nicht ich, aber Normalgewicht wäre ein Traum. Kann ich mir auch eingestehen. Wie ist das bei Dir? Wärst Du gerne schlank(er)?

    Vielleicht habe ich bezüglich Selbstdisziplin oder nicht auch etwas einseitig argumentiert? Es kann sicherlich auch sein, dass es einem Menschen nicht so wichtig ist, ob er Übergewicht hat. Derjenige setzt dann einfach auch seine Prioritäten anders, z.B. mehr auf Freunde, Familie, Hobbies. Ich finde vor allem auch, dass sie eventuell fehlende Selbstdisziplin (ich bleibe mal bei miner Argumentation) auch auf keinen fall auf andere Lebensbereiche als Essen und Bewegung auszuweiten ist! Ein großes Problem, weil es jemandem, der dick ist, automatisch so unterstellt wird: fett und faul.

    Und diesbezüglich hast Du schon recht: wenn man jemandem wegen seines Übergewichts das Leben schwer macht, ist das ein no-go. Punkt. Da gibts nichts wegzudiskutieren, das steht niemandem zu.

    Andererseits habe ich auch das Gefühl, dass Dicke selbst das größte Problem mit sich haben, weil sie automatisch glauben, die ganze Welt würde sie wegen ihres Gewichts ablehnen. Basierend auf schlechten Erfahrungen, weil es halt 'ne Menge blöde Leute gibt, die es nicht schaffen ihre Klappe zu halten, oder Frust abladen wollen, was weiß ich. Wer verbietet mir denn z.B., ärmellose Tops zu tragen? Nur ich selbst im Zweifelsfall. (Mir persönlich gefällt es an mir nicht, da ist mir auch wurscht was der Rest der Welt über meine Oberarme denkt.)

    Und ich glaube, unsere größte Verantwortung unseren Mitmenschen gegenüber ist es, immer wieder unbedarft auf sie zuzugehen und ihnen nicht direkt das Ausnutzen unsere eigenen Ängste zu unterstellen. Wenn ich manchmal sehe, mit welcher Attitüte manche Menschen draußen rumlaufen, was für eine Fresse sie ziehen und wie ihre ganze Körpersprache einmal laut "Opfer" schreit, kann ich es fast schon nachvollziehen, dass andere da draufhauen.

    Andere kann ich nicht ändern, nur mich selbst. Und wenns nur meine Art ist, auf die Welt zuzugehen...

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  10. @Katrin: Erstmal eine interessante Zusammenstellung. Mich wundert, dass ein Großteil der Vorbilder Plus-Size und alle weiblich sind. Hast du aus den dir zugesandten ausgewählt oder wurden dir nur diese geschickt?
    Ich frage mich das, da ich auf deine Aufforderung hin auch überlegt hatte, dir meine Vorbilder zu schicken, aber irgendwie das Gefühl hatte, das passt nicht. Obwohl du eigentlich gesagt hattest, das Äußere spiele keine Rolle, denke ich nach diesem Artikel, meins passt wirklich nicht.
    Fand deine Idee über die Vorbilder nachzudenken aber dennoch gut und habe einen eigenen Artikel zum Thema verfasst: http://nur-miria.blogspot.de/2013/08/vorbilder.html

    Viele Grüße,
    Miria

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    1. Ich hab alle veröffentlich die ich geschickt bekommen habe. Ja.. also mir ging es halt darum in diesem Thema zu bleiben, nicht danach gesehen wie die Vorbilder aussehen oder aus welchem Background sie kommen, aber, es sollte schon um das Thema gehen, in wiefern sie einem geholfen haben sich selbst zu lieben.

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