Donnerstag, 4. Oktober 2012

I love myself: Beleidigungen

Unter dem Titel ist schon länger nichts mehr gepostet worden, gestern allerdings habe ich eine sehr schöne Facebook Nachricht bekommen, natürlich werde ich die Fragestellerin anonym lassen, allerdings wolle ich die Frage und die Antwort gerne mit euch teilen. Vieles davon habe ich schon oft gesagt, aber manches kann man gar nicht oft genug hören. Außerdem denke ich, dass es immer noch viele Menschen gibt die sich mit dem gleichen oder ähnlichen Problemen herumplagen. Mich würde auch eure persönliche Einstellung dazu interessieren. Was würdet ihr auf diese Nachricht antworten?

DIE FRAGE
Hey,darf ich dich mal fragen wie du mit Beleidigungen umgehst? Also ich werde oft schief von der Seite angeguckt oder bekomme Sprüche gedrückt.Leider ist mein Selbstbewusstsein sehr gering und ich versuche mich gerade darin, Kommentare an mir abprallen zu lassen, aber tief im Inneren trifft mich sowas schon sehr.Du wirkst sehr Selbstbewusst und bist echt inspirierend...gib mir was davon ab (;

DIE ANTWORT
Also erstmal kann ich voll und ganz verstehen, dass so etwas weh tut, es gab Zeiten da wollte ich kaum noch auf die Straße gehen, weil ich das Gefühl hatte, das jeder mich anguckt, tuschelt oder irgendetwas fieses zu mir sagt.Zu einen ist es wichtig, dass man sich mal darüber Gedanken macht, was die Leute einem an den Kopf werfen, Fett, dick, Walross? Natürlich ist das nicht nett und total unnötig, aber es hat mir sehr geholfen die Angst vor dem Wort "fett" zu verlieren. Wenn ich früher Dinge wie "was ist das denn für eine Fette" gehört habe, sind mir gleich die Tränen in die Augen gestiegen, noch schlimmer, es war mir auch noch unangenehm, wenn Freundinnen oder Freunde die mit mir unterwegs waren die Beleidigung gehört haben. Aber wenn man darüber nachdenkt, dann ist da nichts beleidigendes dran, denn ich bin dick, ich bin fett. Fett ist einfach nur eine Umschreibung wie dünn, groß, klein, blond oder brünett. Es ist ein Adjektiv und wenn jemand dir so etwas hinterher ruft, kannst du ihm nur dazu gratulieren, dass er zwei Augen im Kopf hat oder ihn Fragen warum er diese offensichtliche Tatsache unbedingt laut zum Ausdruck bringen musste...Zum anderen, so schwer vorstellbar sich das anhört, in dem Moment, indem ich wirklich aufgehört habe darauf zu achte und darüber nachzudenken, in dem Moment in dem es mir wirklich egal war, was Leute gesagt haben und ich nicht nur oberflächlich sondern tief in mir drin verstanden habe, dass es völlig egal ist, was irgend jemand auf der Straße über mich denkt (natürlich habe ich immer wieder Momente in denen mir dieser Gedanke ganz plötzlich abhanden kommt), ist es besser geworden. Ich glaube viel hängt davon ab, was wir nach außen ausstrahlen. Natürlich will ich dir nicht unterstellen, dass du selber schuld daran bist, wenn Leute gemeine Sachen zu dir sagen und wenn du dich nur genug selber lieben würdest, dann hört das schon auf, aber ich denke doch, das Menschen die es nötig haben sich über andere lustig zu machen, um sich selber besser zu fühlen, ein Gespür dafür haben, diejenigen zu ärgern, die am unsichersten wirken...
Ich kann nur schwer erklären wie ich zu diesem Punkt gekommen bin, ich weiß auch nicht wann genau das passiert ist, aber ich weiß, dass heute weniger Leute über mich läster bzw. vielleicht fällt es mir auch einfach nicht mehr auf, weil ich eben nicht mehr darauf achte.
Zu gute Letzt liegt es, so doof das auch erstmal ist, immer auch an einem selbst. Ich zum Beispiel war immer davon überzeugt, dass meine Haare der Hammer sind, ich haben sie geliebt in jeder nur erdenklichen Farbe und war nie unsicher darüber, ob grün oder lila oder pink vielleicht völlig bescheuert an mir aussehen. Wenn jemand etwas über meine Haare gesagt hat, hat es mir nie weh getan, egal wie gemein oder bescheuert der Spruch war, weil ich selber einfach davon überzeugt war, dass ich das Recht haben diese Haare zu haben und das mir niemand das Gefühl geben kann, ich sollte sie nicht tragen wie immer ich will. Wenn allerdings jemand gesagt hat, deine Beine sind viel zu fett für eine Röhrenjeans, dann hat mich das ins Grübeln gebracht und mir weh getan. Was ich damit sagen will ist, dass nur die Dinge die wir selber noch glauben, bei denen wir selber im Zweifel sind und die wir selber an uns schlimm finden, auch von außen verletzt werden können. Klar gibt es niemandem das Recht Menschen schlecht zu behandeln oder wegen ihrer Figur zu diskriminieren, allerdings können wir etwas dafür tun, damit sie keine Angriffsfläche mehr haben und das ist uns bedingungslos anzunehmen, zu lernen uns zu lieben und mich uns zufrieden zu sein.


Ich weiß, dass das schwer ist und sich oft anhört wie etwas, das man nie schaffen wird, erst Recht nicht, wenn man von außen immer nur Negativität zu spüren bekommt, aber ich weiß das man es schaffen kann. Man kann dieses Selbstbewusstsein und diese Lieber lernen indem man sich mit positiven Sachen umgibt, sich selber Komplimente macht, negative Gedanken direkt durch einen positiven Gedanken ersetzt so lange, bis die negativen Gedanken immer weniger werden.

Kommentare :

  1. Das hast du wunderbar geschrieben!

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  2. Ich kann alles, was du geschriebene hast Katrin, so unterschreiben!!!
    Wenn man wirklich von innen ausstrahlt, dass man sich liebt und sich toll findet, dann sehen das die Menschn um eine herum auch und haben kaum noch Chancen ihre dummen Bemerkungen ihrer Meinung nach wirksam zu platzieren.
    Und sich selbst zu lieben, das kann man wirklich lernen!
    Mir hat das bloggen und das immer wieder ausprobieren, Sachen zu tragen, die ich mich früher nie getraut hab zu tragen dabei geholfen!
    Das klingt wirklich komisch, aber je öfter ich kurze Kleider trage, desto leiber mag ich es und frage mich heute immer öfter, wieso ich mich das nicht schon eher getraut habe. man muss es echt einfach nur öfter machen! einfach machen und man lernt das!

    ich finde es total super, dass du uns das thema gepostet hast, denn ich glaube, sehr vielen von uns geht es so. und ich finde, du gibst sehr viel von deinem selbsbewusstsein ab und weiter durch deinen blog!

    weiter so! ;)

    gruß die missbiggy

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    1. Ja, bei mir hat der Blog auch sehr viel ausgemacht und mich oft vor Herausforderungen gestellt, aber dafür auch weiter gebracht!

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  3. "...aber ich denke doch, das Menschen die es nötig haben sich über andere lustig zu machen, um sich selber besser zu fühlen, ein Gespür dafür haben, diejenigen zu ärgern, die am unsichersten wirken..."

    Das kann ich so voll und ganz unterstreichen.
    Ich habe Tage, da geht es mir super und ich strotze vor Selbstbewusstsein und liebe mich so, wie ich bin. Das merken andere und lassen mich in Ruhe, ich höre keine Beschimpfungen oder werde dumm angesehen.
    Wenn ich aber die schlechten Tage habe, dann kommen die Blicke und hier und da mal ein dummer Spruch.

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    1. Ja genau das ist es was ich meine, und auch meine ganz persönliche Erfahrung!

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    2. Welch wahre Worte. Ich hasse diese schlechten Tage. Aber umso mehr liebe ich dafür die guten Tage. Aber an genau diesen Tagen muss man festhalten, das Gefühlte speichern und an schlechten Tagen aus diesen Erinnerungen schöpfen.

      Katrin, von dir mal wieder ein wunderbarer Text, den ich so unterschreiben möchte. Und ja, ich finde auch, dass man solche Worte nicht oft genug aussprechen kann. Danke dafür!

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  4. Hi Katrin,

    tolle Antwort. Ich kann sehr gut verstehen, dass du nicht näher beschreiben kannst, wann dir das egal geworden ist, weil es denke ich ein Prozess ist.
    Ich weiß, ich bin eher kurvig und ich hoffe es ist OK, dass ich mich hier auch zu Wort melde, weil ich auch schon kritische Kommentare bekommen habe, dass ich ja gar nicht nachvollziehen kann, was dicke Menschen durch machen. Aber ich glaube es geht gar nicht nur darum wie dick oder dünn jemand ist, sondern wirklich wie man damit umgeht. Jeder Mensch hat genügend Angriffspunkt, sei es die Körpergröße, Maße, eine krumme,lange Nase oder sonst irgendetwas. Man darf sich nicht in die Opferrolle drängen lassen.
    Ich wurde früher öfters beschimpft und ich habe Kommentare bekommen wie "fetter Arsch" usw. Es ging soweit, dass ich nicht mehr mit etwas zu Essen in Hand durch die Stadt gegangen bin, weil ich Angst hatte Kommentare/Blicke zu bekommen wie: "Na die muss auch noch Pommes essen mit Ihrem fetten Arsch!". Das Essen mussten dann immer Freunde tragen, wie bescheuert denke ich heute, jeder muss doch essen und was geht es die anderen an.

    Naja, irgendwann haben meine Mitschüler angefangen mich JGlu zu nennen (das kommt von meinem Vornamen Jennifer und die ersten drei Buchstaben meines Nachnamens) abgeleitet von JLo, weil sie auch einen breiten Po hat. Erst hat mich das wahnsinnig genervt, aber dann dachte ich, wenn ich das jetzt zu meinem offensichtlichen Schwachpunkt/Angriffsfälle werden lasse, sitze ich irgendwie die restliche Schulzeit in der Falle, also mach es zu deiner Stärke und stehe dazu. Ja, ich habe ein großen Arsch und mittlerweile mag ich ihn. Und Jglu ist ein Name, den ich heute ganz offen sogar als meine E-Mail-Adresse verwende.

    Was ich auch bemerkt habe ist, dass ich früher richtig traurig über solche Kommentare war. Heute machen mich die Menschen dahinter eher total wütend. Und ich denke mir, was bilden sich diese Leute eigentlich ein und was ging bei denen schief, dass sie es nötig haben andere klein zu machen um sich selbst besser zu fühlen?

    Anonym lass dich nicht in die Opferrolle drängen, ich weiß das ist leichter gesagt als getan, aber du schaffst das.

    Liebe Grüße,
    Jenny

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    1. Ich denke auch, das jeder, egal ob dick oder dünn irgend einen Schwachpunkt hat, mit dem ihn Leute schon mal aufgezogen haben, und wie man damit umgehen sollte ist für jeden gleich egal ob es da nun um Nase, Bauch, Beine, Po, Größe oder nen Sprachfehler geht.
      Und ich denke deine Art und Weise das ganze anzunehmen ja sogar zu unterstützen nimmt den Menschen die Angriffsfläche und auch die Angriffslust! :)

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  5. Und wie geht man mit seiner (molligen) Figur um, wenn es darum gehteinen Mann kennen zu lernen? So durch ie Weltgeschichte zu laufen, mag ja praktizierbar sein; aber spätestens wenn es um das Zwischenmenschliche von Mann und Frau geht - wird es bei mir schwierig. Selbstbewusstsein dahin, sage ich nur.
    Meist endet es darin, dass ich Man(n) vergraule noch ehe es zu einem Kennen lernen oder sonat gar weiteren Schritten kommen kann.

    Hilfeeeee
    Katja

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    1. Ich kann das sehr gut verstehen, ich hab auch Probleme damit bei Männern mein Selbstbewusst sein aufrecht zu halten, aber auch hier gilt das gleiche, je weniger man selber darüber nachdenkt, desto weniger tun es andere.

      Wenn man sich ständig vergewissern will ob der andere einen auch wirklich attraktiv findet oder man immer sagt: Ist das nicht zu eng? Bin ich nicht zu dick? usw. nervt das wahrscheinlich jeden Partner um einige mehr, als die Kilos auf den Hüften.

      Zu dem Thema solltest du dir, falls du es nicht schon kennst, auch mal diesen Post und vor allen Dingen die vielen Kommentare durchgelesen, denn da berichten ganz viele Frauen von ihren eignen Erfahrungen: http://reizende-rundungen.blogspot.de/2012/05/nie-genug.html

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  6. Mh, ich verstehe schon, was du sagen möchtest.
    Problem ist nur...das ich niemanden an mich heran lasse - wer kann mich schliesslich so mögen / lieben, wenn ich es selber nicht mal kann.
    Katja

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    1. Ich denke schon, dass es richtig ist, dass man sich als erstes selber lieben muss, allerdings ist das kein Ding der Unmöglichkeit. Ich weiß, dass es schwer ist, weil niemand setzt sich hin und sagt: "Jetzt liebe ich mich" und dann ist alles gut. Tatsache ist aber, dass genau das der Anfang des ganzen ist, man muss es wollen und man muss es sich selber glauben. Und um es sich selber zu glauben muss man es sich vielleicht 1 mal pro Tag, 10 mal pro Tag oder 100 mal pro Tag sagen.
      Im Gegensatz zu anderen, glaube ich nicht, dass wir uns erst lieben dürfen wenn wir etwas dafür getan haben, Selbstliebe ist keine Belohnung die wir erst dann freilassen können wenn wir mit uns zufrieden sind, wenn wir 10kg angenommen haben, wenn wir einen Tag lang nichts schlechtes über uns gedacht haben. Wir können uns jeder Zeit, zu jeder Sekunden in jedem Moment lieben. Immer.

      http://reizende-rundungen.blogspot.de/2011/03/i-love-myself-here-is-where-we-started.html Das hier war mein erster Beitrag zu dem Thema, du findest noch mehr dazu auf meinem Blog. Ich persönlich bin ja auch ein großer Fan von Gala Darling, ich finde das Konzept von Radical Selflove, dass sie vertritt großartig, allerdings sollte man ein bisschen englisch können, wenn du dazu Lust hast, solltest du dir unbedingt diese Liste hier anschauen: http://galadarling.com/article/100-ways-you-can-start-loving-yourself-right-now

      Manche Dinge davon hören sich vielleicht total banal an, oder so, als wenn sie nichts mit der Sache zu tun haben, aber wenn man allgemein ein zufriedeneres Leben führt, ein Leben bei dem man sich oft an kleinen Dingen erfreut und weniger negativ denkt, nicht nur über den eignen Körper oder sich selbst, fällt es einem viel leichter eben auch diese negativen Gedanken über sich selbst zu unterlassen.

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  7. Ich finde es wirklich schlimm, dass es anscheinend Menschen gibt, die ohne jeglichen Respekt durch die Welt rennen und jemandem das Wort "fett" an den Kopf werfen oder so offensichtlich lästern.

    Da frage ich mich ..... gehts noch?
    Wie frustriert muss man denn selbst sein, um sowas überhaupt auszusprechen und Menschen, die man nicht kennt und die einem gar nichts getan haben, zu beleidigen.

    Man kann ja denken was man will, aber man schreit es nicht durch die Gegend ......

    Du hast einen tollen Blog, Deine Bilder sind super und Dein Freund ist ein Schnuckel mit auch einem tollen Blog ;0)

    LG Martina

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  8. Ich weiß komischerweise genau, was der Auslöser für mehr Selbstakzeptanz bei mir war. Ich hatte das Buch "Lizenz zum Essen" von Dr. Gunter Frank gelesen. Endlich hatte ich es schwarz auf weiß; du bist nicht schuld an deiner Figur. Du bist nicht dick, weil willensschwach, disziplinlos, fresssüchtig, wertlos, sondern weil die Natur verschiedene Körperformen geschaffen hat. Diese Schuld-Befreiung hat in mir den Drang geweckt, mich mit anderen Dicken, die nicht dauerdiäten und rumheulen, auszutauschen. So stieß ich auf ein nettes Forum und nach und nach, hörte auch ich auf mich nur über mein angeblich mangelhaftes Äußeres zu definieren. Man benutzt es auch oft als "Ausrede", ist mir aufgefallen; "Der/Die mag mich ja nur nicht, weil ich dick bin"...dabei kann es auch am Charakter liegen etc.

    Klar habe ich noch schwache Tage. Vor ca. zwei Wochen musterte mich eine ältere Dame in der Straßenbahn von oben bis unten, ich trug Jeans, eine Bluse plus Blazer, und sagte mir ins Gesicht "Sowas wie Sie sollte man verbieten!" ...dazu ein angeekelter Gesichtsausdruck. Ich war so perplex, dass ich sie noch nichtmal darauf ansprechen konnte, warum sie mich ohne Grund öffentlich beleidigt. Zu Hause musste ich erstmal weinen. Das war schon eine krasse Situation für mich, die ich so seit meiner Jugend nicht mehr erlebt hatte, die ja hauptsächlich von Mobbing wegen meines Gewichts geprägt war.

    Was mir aber hilft ist der Gedanke, dass die Mobber das Runterputzen anderer für ihr Ego brauchen, was ziemlich armselig ist ehrlich gesagt. Wer mit sich und seinem Leben zufrieden ist, dem gehen die anderen auf der Straße am Allerwertesten vorbei und der hat es auch nicht nötig, entgegen allen Respekts Fremde auf der Straße zu beschimpfen.

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  9. Unglaublich toller Text! Ganz ehrlich!
    Das Beispiel mit den Haaren trifft bei mir auch total zu. Hab das sehr gefeiert, weils einfach passt und stimmt.
    In den nächsten Tagen will ich über Lady Gagas Body Revolution reden und ich werde deinen Text erwähnen und verlinken, weil ich finde du hast alles richtig gut ausgedrückt.
    :)

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    1. Alles klar :) Schick mir auf jeden Fal den Link, bin gespannt!

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  10. Lehrerin in der 6ten Klasse: "Elisabeth, was ist denn dein Lieblingsgericht?"
    Schüler: "Fett!"
    Gelächter.

    'Fett' war für mich DAS zerstörende Wort meiner Jugend. Das Mobben hat in der weiterführenden Schule begonnen und das Gefühl, immer der dicke Aussenseiter zu sein, blieb bis zur Oberstufe. Heute sind nur noch traurige Erinnerungen geblieben.

    Schiefe Blicke oder dumme Bemerkungen machen mir aber nichts mehr aus. Ich nehme sie nicht einmal mehr wahr!

    "Liebe Dich selbst" war tatsächlich die Lösung.

    Danke Katrin, für diesen Beitrag. Ich schließe mich all denen an, die das ebenfalls so wahrnehmen. Und ich hoffe, dass dieser Beitrag all denen, die Zweifel haben oder traurig sind, in irgendeiner Form hilft und Trost spendet!




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  11. Hallo Katrin,

    ich kann auch nicht mehr sagen, wann es mir egal geworden ist, aber ich habe diesen Sommer den endgültigen Beweis gefunden, dass es so ist.
    An der Ostsee war ich mit dem Fahrrad unterwegs und es rief jemand: "Guck mal! Ein Schwein auf dem Fahrrad!" und ich, weil ich dachte, der meint ein Zirkusschwein oder sonst was, also eben ein Schwein, dass Fahrrad fährt, rief ganz aufgeregt "Oh wo denn?"
    Es hat eine Weile gedauert, bis ich begriff, dass ich mit dem Schwein gemeint war.
    Früher hätte ich nicht so eine lange Leitung gehabt....

    Toller Text!

    Liebe Grüße
    Ulrike & miss BARTOZ

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    1. Ich glaube das ist ein guter Beweis dafür, dass du dich absolut nicht mehr mit diesem Gedanken identifizierst, wenn man so etwas selber nicht mehr von sich glaubt, dann kann es einen auch nicht mehr verletzten!

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  12. Liebe Kathrin
    Ich bin gerade über deinen wunderschönen Blog gestolpert und nun sitz ich hier und die Tränchen laufen. So ein ehrlicher Post, ich kann das alles gut nach empfinden, auch ich war früher ein Mobbing Opfer in der Schule, es brauchte wirklich lange um die Beleidigungen zu verarbeiten, ich war früher eine Angriffsfläche ohne Schutzschild....! Heute kann ich sagen oder besser gesagt schreiennn ....ICH BIN ICH....und wenn dir das nicht gefällt...Bye Bye Häschen ;-)
    Alles Liebe weiterhin
    Knuddelgrüße
    Steffi

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    1. :) Ich kann das nachvollziehen, wenn einen sowas innerlich anspricht, dann merkt man manchmal erst wie weit man selber schon ist und ich denke durch tränen verarbeitet man das auch erst :D

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  13. Das ist wirklich wundervoll geschrieben und ich fühl mich wie die Fragestellerin. Vielen Dank für diese schöne Antwort. Ich bin schon 28 und kann noch immer nicht mit Beleidigungen umgehen. Es ist jedesmal wie ein Stich ins Herz wenn mich jemand auslacht.

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  14. have a cuddle for that answer!
    und: oooh, neues layout! schönschön!

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  15. Wie schön du das geschrieben hast!
    So richtig!

    Und auch so schwer!
    Ich glaub wir alle wissen, dass der springende Punkt die Liebe zu sich selbst ist. Doch wie schafft man das? Wie legt man den Schalter um?
    Das ist die Herausforderung. Gespannt verfolge ich deine Beiträge zu dem Thema und hoffe, dass auch ich irgendwann an dem Punkt stehe :)

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  16. Ich würd mir sehr gerne das ein oder andere Scheibchen Selbstbewusstsein abschneiden.
    @ dickebeine: Ich bin 41 und kann weder mit Beleidigungen noch mit Komplimenten umgehen *schiefgrins*

    Abnahme klappt irgendwie nicht bei mir. Annahme auch nur bedingt... aber ich glaube, dass ich genau DARAN härter arbeiten muss als an der Abnahme.

    LG vom (fetten) Schäfchen ;)

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  17. Dem kann ich nur zustimmen.
    Man kann den letzten Fetzen tragen und fettige Haare haben, aber eben mit attitude, das hat Bruce uns doch beigebracht. :P
    Ich finde es auch eher seltsam, wenn ich manchmal Kommentare bekomme wie "Toll, dass du zu deinem Körper stehst"
    Ja, was soll man denn sonst machen, frage ich mich? Man hat doch nur den einen Körper, ob nun dick oder dünn, und muss ihn halt selbstbewusst zeigen (also angezogen in der Öffentlichkeit, ne). ;)

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    1. Über so nen Spruch kann ich mich auch immer aufregen. Ich meine Erstes: was hat man für eine Wahl und Zweites: sagt das kein Mensch zu einem schlanken Mädchen. Warum nicht, ist doch auch schön, wenn sie zu Ihrem Körper steht.
      Als ob das jetzt so eine besondere Leistung ist, sich selbst gut zu finden, obwohl man ein paar Pfunde mehr hat. Was für ein Schwachsinn.
      Solche Kommentare sind zwar nett gemeint, bringen mich aber total auf die Palme, wie ihr wahrscheinlich merkt :--))))

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    2. Auch immer beliebt: Die ist aber mutig, dass sie sowas trägt. Da könnte ich ausflippen.

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  18. Unterschrieben, absolut und ansonsten füge ich noch für mich hinzu: ich bin 1,80m groß und 150kg schwer, man guckt sowieso also trag ich bunt und schräg und wie es MIR gefällt, dann gibts wenigstens Grund zu glotzen. Und sollte ich doch mal antworten müssen bleib ich bei: "naja, zum Glück bist wenigstens du Gottes Geschenk an die Menschheit..." und immer süffisant lächeln...

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  19. Danke für den Post! Das Thema Beleidigungen und wie damit umgehen ist leider ein Dauerbrenner. Ich glaube über nichts unterhalte ich mich so häufig mit Freundinnen. Meine Taktik ist zu versuchen, die Aggression 1:1 zurückzugeben. Meinen Erfahrungen nach hilft nur das, um das Gefühl von Verletzt- und Erniedrigtsein wieder loszuwerden. Ich stelle mir das vor wie einen Spiegel, der den Angriff einfach reflektiert und nichts davon zurückbehält. Wenn ich mich nicht wehre, dann fresse ich es in mich hinein und ärgere mich noch Stunden später. Dabei ist es weniger die Tatsache, daß ich mich von der Aussage über meinen Körper getroffen fühle, sondern viel mehr die Tatsache, daß sich jemand erlaubt, so mit mir zu sprechen. Wenn einem kein guter Spruch einfällt, reicht auch ein ordentlich aggressives "Fuck you", "Halt die Fresse." oder mein besonderer Liebling: "Alter, ich fick deine Mutter." Hauptsache, man zeigt, daß man sich nicht gefallen läßt. Konsequenz daraus ist, daß sich die Person (in meinem Fall sind es meistens Kerle) ärgert anstatt aus dem Spruch die erhoffte Selbstaufwertung zu bekommen. Und schon ist das kosmische Gleichgewicht wieder hergestellt... :D

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  20. YOU'RE BEAUTIFUL IN YOUR WAY! ♥

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  21. In der Schule war es immer am schwersten, die Kinder kennen kein Erbarmen. Mich hatten die auch immer ausgelacht. Ich hatte immer Komplexe wegen meiner Figur, dann halfen mir zwei Sachen. Das erste - mein Blog. Am Anfang taten die Kommentare sehr weh aber ich habe es nie gezeigt und die Leute haben gesehen, dass das nichts bringt und haben aufgehört Dummheiten mir zu schreiben. Später bekam ich immer nettere Kommentare, ich habe hunderte Mails von Frauen bekommen, die mir gedankt haben, dass ich ihnen gezeigt habe, dass man dick sein kann und schön gekleidet. Das hat mir viel für mein Selbstbewussten gegeben. Die zweite "Sache" ist mein Mann. Der sagt mir seit fünf Jahren schon ich sei die schönste :) Und ich muss zugeben, dass auf der Straße oder Arbeit noch nie jemand was über meine Figur gesagt hat.

    Ich glaube die dummen Kommentare hängen nicht davon ab, dass jemand dick ist, sondern wie er aussieht. Es gibt dicke, wunderschöne Frauen die Elegant, stilvoll gekleidet sind - und bei denen sagen meistens die Leute "Wow, guck mal, bei der Figur sieht sie so wunderschön aus".
    Aber in der Mehrheit gibt es dickere Frauen, die nicht achten, dass ihre Figur nicht wie Gr. 38 aussieht und kaufen sie alles was sie nur finden. Sachen die sie noch hässlicher wirken lassen und das zieht irgendwie die Blicke an: dick und hässlich. Ich weiß jetzt nicht ob ich das gut erklärt habe. Aber ich habe noch nie ein schlechtes Kommentar gehört oder gelesen wenn eine Frau dick aber wirklich geschmackvoll angezogen war (mit tollen Haaren und Make Up).

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